Mögen die Spiele beginnen: Börsenexperten feiern Untergang des Bitcoin

SegWit 2X das Drama in der nächsten Runde vor dem Hard Fork 01.11.2017

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Mögen die Spiele beginnen: Börsenexperten feiern Untergang des Bitcoin

Die letzten Kursschwankungen des Bitcoins veranlassten Finanzinstitutionen wie Bloomberg oder J.P. Morgan dazu, sich über die Zukunft der Kryptowährung negativ zu äußern. Bestärkt wurden diese unseriösen Spekulationen durch Meldungen aus China, wo die Regierung Krypto-Börsengänge mittlerweile verboten hat.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kapitalanleger weltweit aufgrund mangelnden Wissens verunsichert werden können. Das gilt allgemein, trifft aber im Besonderen auf den Bitcoin (BTC) zu. Berater wie Anleger wissen nur in Ausnahmenfällen, wie der BTC funktioniert, da es sich bei Bitcoin um kein klassisches Währungssystem handelt. Das ist Fakt. Gerüchte haben seit jeher das Finanzgeschäft beeinflusst. Rund um die Nachrichten aus China gab es denn auch zahlreiche Falschmeldungen, die Stimmung noch aufheizten.

JPMorgan-Chef Dimon – Bitcoin ist Betrug

Zusätzlich kippten renommierte Finanzexperten mit ihren Statements Öl ins Feuer. Unter anderem titelte die FAZ „J.P.-Morgan-Chef Dimon: Bitcoin ist Betrug“ und führte weiter aus, dass Dimon seinen Mitarbeitern mit sofortiger Entlassung drohe, wenn diese mit BTC handeln würden. In dem Artikel prognostizierte er den Crash der Kryptowährung. Doch bevor der Champagner auf der Stehparty der selbsternannten BitCoin-Gurus aus der Finanzwelt ausgetrunken werden konnte, blieb ihnen der letzte Schluck im Hals stecken. Die Welt außerhalb der Banken und Wertpapieranleger interessiert sich nicht dafür, was in Ländern wie China passiert, und so ging der Kurs des BTCs raketenschnell wieder aufwärts. Dimons Prognosen platzten wie eine Blase – und schlimmer noch. Es konnte nachgewiesen werden, dass J.P. Morgan selber durch Ver- und Ankäufe den Marktwert massiv manipulierte. Die Unsicherheit auf den Märkten legte sich wieder, nachdem sich der Kurs des BTC wieder einpendelte.

Reizthema: SegWit 2x

Es gab aber noch ein weiteres Thema in der Vergangenheit, das die Welt der BitCoin- Gemeinschaft und die der FinTec-Branche beschäftigte. SegWit 2x ist der Grund für die flächendeckende Besorgnis. Schweißgebadet, kurz vor einem Infarkt stehend, erlebten viele Trader die Aktivierung von SegWit. Debatten wurden hitzig geführt: „Der BitCoin wird zerteilt“, „Blöcke inkompatibel – es wird einen Crash geben“ – „SegWit zentralisiert den BitCoin“. Die Folge waren bekannte Kettenreaktionen. Der Kurs schwankte, wurde unberechenbar und raste Richtung Abgrund. Panikverkäufe beschleunigten diesen Prozess. Ein weiteres Mal waren die Economisten, einer gierigen Welt, in Angst und Schrecken. Ich erinnere an dieser Stelle daran, dass ich in einem Artikel zur allgemeinen Beruhigung aufrief und SegWit 2x hinreichend erklärte. Der Kurs stieg wieder und stabilisierte sich.

Denen, die sich mit diesem Thema schon länger auseinandersetzen, war bewusst, das am 01.11.2017 ein HardFork kommt, der die Blocksize auf 2MB erhöht. Der Softforktrick von SegWit brachte das nicht fertig. Im Rausch der Unwissenheit und Wichtigtuerei spekulierte Bloomberg auf seiner Internetseite: „Ein neuer Split und damit auch eine dritte Kette könnten entstehen.“ Moment – spätestens bei dieser Aussage hätten Zweifel aufkommen müssen, denn ein Block kann nur in 2 Ketten gespalten werden. Das setzt aber Kenntnis der Materie voraus. Bloomberg und andere News haben nicht kapiert, dass BC-Cash ein für die normale Welt völlig wertloser Coin ist. Es ist nur Alt-Coin. BC-Cash hat nach der Spaltung seine eigene Welt und sein eigenes Mining begonnen. Damit hat er sich aber auch abgenabelt.

Die Frage nach dem Sinn von Alt-Coin & Co.

Interessanterweise proklamierte BC-Cash, der „bessere“ und der „echte“ Bitcoin zu sein. Doch wenn „ein Haufen geldgieriger Spinner“ einen Coin nur innerhalb ihrer Gemeinschaft hin- und hersendet, muss man sich nach dem Sinn einer solchen Währung überhaupt fragen. In Entwicklungsländern oder Schwellenländern, deren Währungen wenig Wert haben und die Bevölkerung kaum einen Bezug zu ihrer Währung hat, interessiert niemanden, ob ein BC-Cash 8 MB hat. Kann man mit diesem Wissen mehr kaufen? Sicherlich nicht! Es ist das Problem aller Alt-Coins: Es gibt ein paar Menschen, die den Gedanken ihres Coins gut finden. Nur – sie verkaufen diesen ausschließlich an sich und an wenige Außenstehende. Während sie sich und ihren Coin feiern, kommt allen anderen langsam die bittere Erkenntnis, dass die gelobten USPs dieser Coins völlig sinnlos sind.

Es stellt sich die berechtigte Frage: Wozu braucht ein geschlossener Benutzerkreis, in dem der Coin zirkuliert, Unsichtbarkeit? Es vertrauen sich doch ohnehin alle, oder?
Letztendlich mündet alles im BitCoin. Es ist der der Coin, der den höchsten Wertzuwachs hat; mit ihm kann man einkaufen. Damit ergibt er einen realen Sinn. Kein anderer Coin wird den BTC verdrängen, der logistische Aufwand wäre zu groß. Das Risiko der Investition in Strukturmaßnahmen ist aufgrund politischer Brisanz solcher Coins einfach zu hoch. Es bleibt somit eine Illusion vom passiven Einkommen und schnellem Reichtum.

Wird ein dritter Coin den BC-Cash als ETH-Killer ablösen ?

Was wird passieren? Diese und weitere Fragen lösen erneut Verunsicherung aus. Soll man den BTC doch rasch verkaufen – gar in Alt-Coins wandeln? An dieser Stelle sei auf Folgendes verwiesen: Diejenigen, die das vor SegWit taten, haben Horrorverluste eingefahren. Hat also der BitCoin jemals unter Alt-Coins gelitten? Wer meint, BitCoin verstanden zu haben und hört, dass Ethereum der neue BitCoin sei, hat Ethereum nicht begriffen. Willkommen, schöne neue Welt!

Es ist vollkommen gleich, wie sich die Dinge entwickeln. Ein neuer Alt-Coin wäre nichts weiter als ein zusätzlicher Spielball einer Benutzergemeinschaft ohne realen Wert. Auch wenn es hart klingt und in manchen Ohren „klingelt“: Die Situation ähnelt der von Zeugen Jehovas, die auf ein Wunder warten. Die Zeugen Jehovas sind davon überzeugt, dass Jesus kommen wird. Das haben die Juden auch schon mal vor langer Zeit geglaubt und dann aus „Versehen“ – was für eine Ironie – Jesus getötet. Dafür erfuhren sie viel später den bitteren Holocaust. Sollte es einen Gott geben – so lässt dieser sich lange Zeit mit Rache.

Verbranntes Kapital

Mit diesem Einschub wollte ich die Extreme aufzeigen. In Panik, ausgelöst durch Verunsicherung, verkaufen viele ihre BitCoins. Kurz darauf steigt deren Wert erneut sprunghaft an, wie bereits etliche Male zuvor. Bei solchen Vorgängen verbrennen diese „Anleger“ sehr viel Geld, nachdem sie das Übel durch falsche Meldungen, Spekulation und Panikmache selbst erzeugt haben. Wer Wind sät, wird eben Sturm ernten oder späte Rache erfahren.

In diese Melange aus Halbwissen, Unsicherheit, Goldgräberstimmung gesellt sich jetzt noch das Thema „Hardfork“, was ich hier aufgreife. Dabei war alles so schön vorbereitet und keine Fragen kamen auf – und jetzt kommentiere ich dieses Thema in meinem Blog. Für viele bin ich ein Spielverderber, ich weiß. Nur: ich kann lesen, zuhören und ich lasse mir gern etwas erklären, wenn ich eine Thematik nicht voll verstanden habe.

Fakt ist…

Der New-York-Consensus sagt ganz klar: Hardfork ja – Split nein. Das bedeutet im Klartext, er wird nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sonst hätte sich BC- Cash den gesamten Stress erspart und den neuen Coin nehmen können. Beim ersten gescheiterten Anlauf von SegWit und HardFork (BIP141) hatteRoger Ver damals Hoffnung, dass er seinen BCU-Coin durchgesetzt bekommt. Das blieb aus. Stattdessen folgte durch eine selbstverursachte Achterbahnfahrt Investorengeschrei in der eigenen Blase .

Apropos Roger Ver: Der sogenannte BitCoin-Jesus – als bekennender Atheist könnte ich an dieser Stelle fast den Glauben an BitCoins verlieren – und erste Investor in BitCoins wendet sich wieder an seine Fangemeinde. Es ist schon erstaunlich zu beobachten, wie man als einstiger Prophet von 2010 auf solche Art und Weise aus der Versenkung geholt wird und meint, alles und jedes kommentieren zu müssen. Das Pikante daran ist, Ver ist sehr wohl bekannt dafür, mit Statements den Markt zu beeinflussen. Die jüngste Erkenntnis, die er publizierte: „Ein Hardfork steht nahe bevor !“ Ach?! Was für eine neue Erkenntnis!!

Nächste Station: 5000 $-Marke

Laut Statistik, deren Zahlen sich konstant halten, ist eine knappe Mehrheit für den Hardfork und dessen neue Kette, die nicht publik gemacht wird. Unlängst stiegen daraufhin der F2Pool und BitWala aus. Weitere sind gefolgt. Möglich wäre es, dass eine Mehrheit den Hardfork doch noch verhindert. Das ist aber aus meiner Sicht Utopie. Mit Lightning wird das Problem der Geschwindigkeit sowieso aufgehoben. Aus diesem Grund ist es egal, was kommt.

Was bedeutet diese Entwicklung für Ihre BitCoins, liebe Leserinnen und Leser?
Wenn Sie aus der FinTec Branche kommen, sollten Sie Ihre BitCoins halten und nicht verkaufen. Für alle anderen gilt: Kaufen, was das Zeug hält. Der Kurs wird Ende des Jahres mit hoher Wahrscheinlichkeit die 5000-Dollar-Marke gebrochen haben. Eines ist heute schon sicher. Das Spiel aus künstlicher Panikmache und Wertsteigerung wird weitergehen. Wer heute glaubt, der BitCoin wird in ein paar Jahren bedeutungslos sein, der nahm ebenso an, Google und Facebook würden verschwinden, und dass eine Garagenfirma namens Apple niemals dem einstigen Giganten Nokia das Wasser wird reichen können.

Ich freue mich auf spannende Zeiten und allen Regulatoren und Unkenrufe zum Trotz: Der BitCoin ist und bleibt das Maß aller Dinge.

 

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